Göppingen

Göppingen

Die Hohenstaufenstadt Göppingen steht für eine bunte Mischung aus Staufertradition, Tüftlergeist und Erfindungsreichtum ihrer Bewohnerinnen und Bewohner sowie Innovations- und Wettbewerbskraft im Industriebereich. Die heute größte Stadt im Filstal genoss schon ab Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der führenden Industriestädte im Königreich Württemberg hohes Ansehen. Bestimmt wurde die wirtschaftliche Entwicklung durch die Textil-, Metall- und Maschinenbauindustrie. In dieser Zeit wurde der Grundstein für viele Unternehmen wie Boehringer, Märklin oder Schuler gelegt. Weltbekannt und mit großem wirtschaftlichem Know-how repräsentieren sie aber nur einen Ausschnitt der industriellen Landschaft Göppingens.

Am 11. Oktober 1847 fuhr erstmals ein Zug in den Göppinger Bahnhof ein. Die Neubaustrecke im Königreich Württemberg von Heilbronn nach Friedrichshafen war damit noch nicht durchgängig befahrbar. Der schwierigste Abschnitt, der Albaufstieg bei Geislingen, musste erst gebaut werden. 1850 war auch dies geschafft. Damals verkehrte zwischen Stuttgart und Göppingen drei Mal am Tag ein Zug. Die Fahrtzeit dauerte 90 Minuten.

Für Göppingen begann mit der Eisenbahn ein neues Zeitalter – die Industrialisierung kam nun richtig in Schwung. Um 1900 fielen den Eisenbahnreisenden im Göppinger Stadtbild die rund 80 rauchenden Fabrikschlote besonders auf.

Die Industrialisierung hatte neben dem technischen Fortschritt auch ihre Schattenseiten. Viele Arbeiter hausten in engen und dicht gedrängten Mietskasernen. Erst Arbeiterwohnsiedlungen, wie die Mietwohnungsbauten für Arbeiter „Colonia Alemannen-, Schillerstraße“ (1914 bis 1919), schafften Abhilfe. Viele Industrielle hingegen residierten in Fabrikantenvillen am nördlichen Stadtrand. Besonders wertvoll ist die in Bahnhofsnähe gelegene und fast unveränderte Villa Gutmann mit ihren Stuckdecken und dem 150 Jahre alten Personenaufzug.

Armut und Luxus, Leben und Tod lagen in dieser Zeit dicht beieinander. Das rapide Bevölkerungswachstum forderte auch neue, platzsparende und hygienische Formen der Bestattung. Im Jahr 1911 wurde so eines der ersten Krematorien Deutschlands auf einem Göppinger Friedhof errichtet.

Viele Gebäude der Industriezeit werden heute neu genutzt: Sitz des Technischen Rathauses ist z. B. das schon damals sehr moderne Fabrikgebäude der Korsettfabrik Rosenthal & Fleischer; das ehemalige Elektrizitätswerk beherbergt seit 1993 das Kulturzentrum „Odeon“.

Die Bahn blieb lange Zeit eine wichtige Infrastruktur für die Entwicklung der Stadt und ihres Umlandes. Im 20. Jahrhundert wurden vom Göppinger Bahnhof ausgehend zwei Nebenbahnen geplant. 1912 konnte die „Hohenstaufenbahn“ nach Schwäbisch Gmünd eröffnet werden; 1985 erfolgte die Stilllegung dieser Strecke. Die Nebenbahn nach Boll war von 1926 bis 1989 in Betrieb.

Die Ankerpunkte in Göppingen

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