Bergwerkssiedlung Staufenstolln

Bergwerkssiedlung Staufenstolln

In der Zeit des Dritten Reiches wurde die Erzförderung im Filstal, die 1922 am Karlsstollen aufgrund mangelnder Rentabilität aufgegeben worden war, mit dem neu angeschlagenen Staufenstolln am Michaelsberg wiederbelebt. In der Zeit von 1937 bis 1963 war Geislingen im Bereich des oberen Filstals in Richtung Bad Überkingen städtebaulich vom Bergbau geprägt. Die rostbraunen Betriebsgebäude, die Förderaufzüge und die mächtigen Erzhalden erinnerten an Landschaftsbilder im Ruhrgebiet. Im besten Förderjahr 1940 wurden hier über 900.000 t Erz gefördert und verladen. Das Erz wurde über den Bahnhof Altenstadt und den Kehrbahnhof im Eybtal über das Filstal bis in die Hochöfen des Ruhrgebiets transportiert.

In den Gewannen Dürrwiesen und Mittlerer Boden in Altenstadt wurden Bergwerkssiedlungen mit insgesamt 568 Wohnungen für die Beschäftigten angelegt, die aus ganz Deutschland angeworben wurden. Heute sind nur noch wenige bauliche Zeugen dieses einstmals wichtigen Bergwerkbetriebs in den Neuwiesen zu erkennen. Auch die vordere Bergwerkssiedlung, die 1938/39 von der Geislinger Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH für die herziehenden Bergleute errichtet wurde, wurde zugunsten von größeren Neubauten abgerissen. Nur die hintere Siedlung blieb erhalten und ist heute nach der Sanierung ein letztes Zeugnis der Bergbautradition. 1963 wurde der Bergbau still gelegt, auf dem Betriebsgelände entstand das Industriegebiet Neuwiesen. Das Stollenmundloch und die davorliegende Bahnbrücke sind noch vorhanden, aber kaum einsehbar.