Museum "Alte Pumpstation"

Alte Pumpstation

Aufgrund der geologischen Beschaffenheit herrschte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts regelmäßig große Wassernot auf den Hochflächen der Schwäbischen Alb. Nur gesammeltes Niederschlagswasser aus Hülben (kleine Teiche) oder sogenannten Dachbrunnen (Zisternen) stand Menschen und Tieren als Trinkwasser zur Verfügung. In Trockenzeiten musste das Wasser mühsam in Fässern aus dem Tal auf die Alb geschafft werden. Die Folge dieser Zustände war neben Wassernot auch die Ausbreitung von Krankheiten durch die unhygienische Wasserversorgung.

Erst mit den Plänen für eine Wasserversorgung für die Schwäbische Alb von Ingenieur Karl von Ehmann und die von ihm vorangetriebene Gründung der ersten neun Albwasserversorgungsgruppen in den Jahren 1870 bis 1881 konnte die Wassernot auf der Albhochfläche überwunden werden. Die letzte in Betrieb genommene Pumpstation dieser von Ost nach West mit den römischen Ziffern I – IX sowie nach dem Namen der Flüsschen benannten ersten Albwasserversorgungsgruppen war die Pumpstation der Albwasserversorgungsgruppe V, die „Untere-Fils-Gruppe“, in Bad Überkingen.

Am 23. September 1881 in Betrieb genommen, wurde das in einer 150 m langen Sickergalerie gesammelte Grundwasser von hier aus durch zwei mit Wasserkraft betriebene Kolbenpumpen in die Hochbehälter Oberböhringen und Aufhausen gefördert. Versorgt wurden hierüber insgesamt 35 Ortschaften und Wohnplätze in den heutigen Landkreisen Göppingen, Heidenheim und Alb-Donau mit damals 7.616 Einwohnern.

Nach anfänglichem Widerstand gegen die fortschrittliche Technik wollten sich nun immer mehr Gemeinden dieser Wasserversorgung anschließen. Aufgrund dessen musste bereits im Jahr 1884 die Wasserkraft durch eine mit Kohle betriebene Dampfanlage unterstützt werden. Im Jahr 1914 folgten dann der Anschluss an das Stromnetz und die Aufstellung von zwei elektrischen Kolbenpumpen. Da die Beschaffung von Kohle nach dem Ersten Weltkrieg nur schwer möglich war, wurde die Dampfanlage im Jahr 1922 abgebaut und durch einen Elektromotor ersetzt. In den folgenden Jahren erfolgten weitere technische Erneuerungen. Mit dem Erschließen der Wasserfassung Luftschacht Grube Karl sowie dem Wasserbezug vom Tiefbrunnen in Hausen an der Fils konnte der steigende Wasserbedarf gedeckt werden. Wurden in früheren Jahren mit Hilfe der Wasserkraft Pumpen angetrieben, so wird bis heute mit einer aus dem Jahr 1935 stammenden MAG Francis Spiralturbine regenerativ Strom erzeugt.

Im Jahr 1990 nahm der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb, der aus der Fusion der Albwasserversorgungsgruppen I und V sowie dem Zweckverband Heidenheimer Alb hervorgegangen ist, das neue Wasserwerk in Bad Überkingen in Betrieb, mit dem auch heute noch die Mitgliedsgemeinden mit Trinkwasser versorgt werden.

Die Pumpstation blieb in ihrem Ursprungszustand erhalten und dient heute als Museum, das mit den originalen Kolbenpumpen aus dem Jahr 1881 sowie zahlreichen Exponaten aus vergangenen Tagen die Geschichte der Albwasserversorgung erzählt. Nach Vereinbarung werden vom Zweckverband Wasserversorgung Ostalb Gruppenführungen angeboten.