Mineralbrunnen / Thermalbad Überkingen

Mineralbrunnen / Thermalbad Überkingen

Erste urkundliche Hinweise zu Quellen in Überkingen stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Bereits im 16. Jahrhundert florierte ein wirtschaftlicher Handel mit dem Sauerwasser, das dank der Entwicklung von „Sauerbrunnenträgern“ bis nach Bayern transportiert werden konnte. Zudem empfahlen bedeutende Ärzte die Verwendung des Überkinger Sauerwassers für Trinkkuren.

Kommerzienrat Carl Haegele aus Geislingen kaufte im Jahr 1896 die Bad- und Hotelgebäude. Er modernisierte die Abfüllung und den Vertrieb und organisierte einen Anschluss des Betriebs an das Schienennetz der Bahn. 1918 wurde die „Bad Überkinger Kurhaus- und Mineralwasserbetrieb deutscher Gastwirte GmbH“ gegründet.

1923 fusionierte der Konzern mit Zweigniederlassung in Imnau (Hohenzollern) mit dem Unternehmen Teinacher Mineralquellen zur „Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG“. Füllbetrieb und Verwaltungszentrale wurden im „Wasserschlösschen“ eingerichtet. Der Konzern expandierte weiter: 1926 erfolgten der Zusammenschluss mit Bad Ditzenbach (bis 1982) und die Erschließung der Adelheidquelle im Bad Überkinger Kurpark, 1927 wurde die Remstalquellen GmbH in Beinstein übernommen. Im Jahr 1940 hatte das Unternehmen bereits einen Umsatz von 3,4 Mio. Reichsmark und leistete 35,7 Mio. Füllungen. Neben weiteren Zusammenschlüssen, u.a. mit der Allgäuer Krumbach-Quelle (1970) und dem Mühringer Schloss-Sprudel (1989), erfolgten seit den 1950er Jahren verschiedenste Betriebserweiterungen und -modernisierungen. 1986 ging das Unternehmen an die Börse. Auch die Produktpalette wurde stetig ergänzt, u.a. um Limonaden und Fruchtsaft-Mischgetränke. Seit 1994 besitzt der Konzern die Markenrechte an „Bluna“ für den west- und angrenzenden osteuropäischen Markt.

Im Jahr 2010 wurden die Niederlassungen in Überkingen, Teinach und Krumbach in eigene Tochtergesellschaften ausgegliedert. Seit 2012 ist die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG nur mit ihrer Verwaltung am Standort vertreten, der Brunnenbetrieb mit Abfüllstandort wurde an die IQ 4 U GmbH verkauft. Seit Mitte 2013 befindet sich hier die größte und modernste Dosenabfüllanlage Europas mit einem Durchsatz von 50.000 Dosen/Stunde.

Nach Stilllegung der Filstalbahn und Abbruch des Wasserschlösschens Anfang der 1980er Jahre wurde der Kurpark neu gestaltet und mit sommerlichen Aktionen wie Open-Air-Kinotagen, Konzerten u.a. belebt. Im Frühjahr 2013 eröffnete das Überkinger Thermalbad nach gut einjähriger Renovierung und Erweiterung wieder seinen Badebetrieb.