Vinzenz Therme

Vinzenz Therme

Als Auslöser eines Grenzstreits wurde der „Sauerbrunnen“ von Ditzenbach erstmals im Jahr 1560 urkundlich erwähnt. Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern ordnete 1622 den Ausbau des Brunnens an; der geplante Brunnen- und Versandbetrieb begann jedoch erst 1755. Durch die belegte heilende Wirkung feierte das Ditzenbacher Wasser einen großen Erfolg. Bayern wurde mit jährlich 70.000 verkauften Flaschen der größte Absatzmarkt.

Ein Hochwasserschaden an Pumpwerk und Quelle im Jahr 1782 führte dazu, dass die Brunnen mehrfach den Besitzer wechselten. 1823 reaktivierte Johannes Georg Moll den Quellbetrieb, bevor er durch Hauptmann Anton von Schweizer im Jahr 1825 übernommen wurde. Neben der Vermarktung des Mineralwassers kam ein Gast- und Badehaus hinzu.

Nach mehrfachem Weiterverkauf erwarb 1890 schließlich die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von Untermarchtal das Anwesen und nutzte es für 10 Jahre als Heim für geistig behinderte Kinder. Am 19. Juli 1900 wurde der Badebetrieb abermals aufgenommen. Neben stetig steigenden Gästezahlen erlangte 1902 vor allem der Mineralwasserversand durch die goldene Medaille der „Internationalen Ausstellung in Paris“ wachsendes europäisches Ansehen. Aufgrund seiner Historie bekam Ditzenbach durch das württembergische Innenministerium den Zusatz „Bad“ verliehen.

Die steigende Nachfrage des Ditzenbacher Mineralwassers führte 1930 zur Erbohrung der „Marienquelle“. 1969/70 wurde durch die erste Thermalwasserbohrung auf der Schwäbischen Alb die 600m tief liegende „Canisiusquelle“ erschlossen. Dieses mehrere tausend Jahre alte Tiefenwasser wird wegen seines hohen natürlichen Kohlesäureanteils in Thermal-Mineral-Bewegungsbädern auch zur Anregung der Durchblutung genutzt. Dies brachte Bad Ditzenbach 1980 den Titel des „Heilbads“ ein.

Zwischen 1996 und 1998 erfolgten umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen der Thermal-Mineral-Bewegungsbäder. Zur Jahrtausendwende wurde die zweite Thermalquelle „Canisiusquelle II“ erschlossen. Im Zuge der Umbenennung der traditionsreichen Klinik 2003/2004 bekam auch das Thermal- Mineralbad seinen heutigen Namen – „Vinzenz Therme“.