ZINSER – Innovation mit Tradition aus dem Filstal

1898 legte der Ebersbacher Kaufmann Eugen ZINSER den Grundstein für ein Unternehmen, das über hundert Jahre später immer noch auf Erfolgskurs ist.

Mit großem Geschick entwickelte er 1898 Anlagen zur Erzeugung von Acetylen und kurze Zeit später erste Qualitätswerkzeuge für das autogene Schweißen und Schneiden. Dem charismatischen Firmengründer folgten mehrere Generationen der Familie ZINSER in der Firmenleitung. Ständige Weiterentwicklungen und Innovationen im Bereich der Herstellung von automatisierten Autogen- und Plasma-Schneidsystemen prägten diese Zeit.

Mitten im ersten Weltkrieg baute ZINSER als erste deutsche Firma Hochdruck-Acetylen-Entwickler. Diese wurden in den nächsten Jahrzehnten laufend weiterentwickelt. Die “Zeuss-Jupiter”- Anlagen erlangten weltweit einen sehr guten Ruf.

Im Jahre 1919 wurde Eugen Zinser Mitbegründer der Süddeutschen Spindelwerke in Ebersbach, die dann später in seinen Alleinbesitz übergingen und nach seinem Tod von seinem einzigen Sohn, Hans Zinser, übernommen wurde. Dieser gründete die Textilmaschinenfabrik Zinser GmbH “Texma” und kam mit nur 38 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Anfang der 30er Jahre wurden dann Sauerstoff-Zentralbatterien in das Herstellungsprogramm aufgenommen. Das Acetylenwerk Ebersbach wurde in eine KG umgewandelt und in Autogenwerk ZINSER umbenannt, als Eugen Zinser 1941 starb. Seine älteste Tochter, Hildegard Löffelhardt-Zinser, übernahm die Geschäftsleitung. Sie führte die Firma allein in den schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren, bis ihr zweiter Mann, Schweißfachingenieur Kurt Schwebke, ihr zur Seite trat.

1948 konnten die ersten Schweißtransformatoren im Autogenwerk hergestellt werden. Im Autogenbereich fand das Brennschneiden immer weitere Anwendungsbereiche, deshalb forcierte Zinser die Entwicklung von Brennschneidmaschinen immer mehr. In 1950 entstand somit die selbstständige Firma Elektroschweißgerätebau ZINSER GmbH und baute sich unter der Führung von Kurt Schwebke weiter aus.

Mitte der 50er Jahre entwickelte ZINSER das erste Kunststoff-Schweißgerät. Schnell entstand hieraus die dritte Produktionslinie neben der Autogen- und Brennschneidtechnik.

Des Weiteren brachte ZINSER die Handbrennschneidmaschine “Favorit” auf den Markt. Seit dieser Zeit finden diese robusten Maschinen ihren täglichen Einsatz in der Werkstatt und auf der Baustelle. Fast zeitgleich folgte die äußerst beliebte Schablonenbrennschneidmaschine “Schablonette”. Zudem wurden Gleichrichter und Transformatoren für das WIG, MIG/MAG, Unterpulverschweißen, Plasma-Schweißen und Schneiden hergestellt.

Völlig unerwartet starb 1964 Kurt Schwebke. Hildegard Schwebke übernahm zunächst wieder die alleinige Geschäftsführung beider Unternehmen, bevor ihr Sohn, Diplom-Volkswirt Hans Dietrich Zinser, in die Geschäftsführung beider Unternehmen eintrat.

Daraufhin folgten die ersten Brennschneidmaschinen mit Magnetrollen und optischer Abtastung. 1972 brachte ZINSER ein komplettes Programm an Schutzgasanlagen auf den Markt. Plasmaschneid – und Schweißanlagen kommen hinzu. Der bedeutendste Kunde für die Produkte des Elektrobaus war zu dieser Zeit die “Linde Schweißtechnik” in München. Ein Jahr später ging dieser Unternehmensbereich in die ZINSER-STK-Beteiligungsgruppe über. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte sich ZINSER vornehmlich auf die Entwicklung und Herstellung von automatisierten Autogen- und Plasma-Schneidsystemen.

1980 war das Geburtsjahr der CNC 900 – die erste CNC Steuerung von ZINSER. Die Weiterentwicklung führte in den folgenden zehn Jahren über die CNC 910 zur CNC 920, die heute noch bei vielen Kunden täglich im Einsatz ist. Ende der 90er Jahre entstand die auf einem Industrie-PC basierende CNC 2010, gefolgt von der CNC 2030. Ein paar Jahre später wurde die CNC 300 als preisgünstige Alternative ins Lieferprogramm aufgenommen und in 2007 wird die erste CNC 2050 ausgeliefert. 2011 folgte die aktuelle Steuerung CNC 4010, die derzeit aktuell auf dem Markt ist und demnächst von der 5010 abgelöst wird.

Als im Jahr 2002 der langjährige Mitarbeiter, Geschäftspartner und Mehrheitsgesellschafter Ulrich Bock die Geschäftsleitung der ZINSER Schweißtechnik übernahm, führte er die Tradition eines Familienunternehmens fort. Noch im selben Jahr trat seine Tochter, Diplom-Kauffrau Caroline Niklaus, in die Unternehmensleitung ein, kurz darauf wurde ihr Mann, Andreas Niklaus, ebenfalls in die Geschäftsführung berufen. Die anhaltend positive Gesamtentwicklung führte zu Engpässen in den Produktionsebenen am Standort Ebersbach. Seit dem Jahr 2006 hat ZINSER daher seinen Firmensitz nach Albershausen verlegt, wo auf einer Gesamtfläche von über 10.000 m² auch die Produktion untergebracht ist. In einem benachbarten Gebäude entstand zudem ein Schulungs- und Vorführzentrum; darüber hinaus sind noch Erweiterungsmöglichkeiten für die nächste Generation vorhanden.

Aufgrund der sehr erfreulichen Auftragslage bestand in 2012 erneut die Notwendigkeit, Fertigungskapazitäten auszuweiten und räumlich zu expandieren. Durch einen Neubau mit rund 500 m² Nutzfläche wurde somit die Lücke zwischen den zwei bereits bestehenden Hallen geschlossen. Außerdem verlangte die als zusätzliches Geschäftsfeld aufgenommene Laserschneidtechnologie besondere Sicherheitsstandards.

Am 1. August 2012 erfolgte die Umfirmierung in ZINSER GmbH. Gleichzeitig präsentierte sich das Unternehmen mit einem neuen zeitgemäßen Firmenlogo. Auch sollen Kunden und Geschäftspartner zukünftig in einem modernen Ambiente empfangen werden, ZINSER renovierte daher in 2013 die Empfangshalle sowie einige weitere Räumlichkeiten.

Die ZINSER GmbH hat seine Marktposition im Bereich der Autogen- und Plasmabrenn-Schneidmaschinen mittlerweile gefestigt und ausgebaut.

Petra Bieg (Zinser GmbH)