Das Wegwerf-Taschentuch, eine Filstaler Erfindung mit Startschwierigkeiten

Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass das Papiertaschentuch eigentlich seinen Ursprung im Filstal hat. Bereits 1894 erfand Gustav Krumm, ein begeisterte Naturwissenschaftler mit Leidenschaft für die Chemie, in Göppingen ein Wegwerftaschentuch.

Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass das Papiertaschentuch eigentlich seinen Ursprung im Filstal hat. Bereits 1894 erfand Gustav Krumm, ein begeisterte Naturwissenschaftler mit Leidenschaft für die Chemie, in Göppingen ein Wegwerftaschentuch.

Wenig ist über das Leben von Krumm bekannt, als Geschäftsmann und Papierhersteller muss der Unternehmer allerdings sehr erfolgreich gewesen sein und auch im Ausland einen guten Ruf genossen haben. Krumm entwickelte in seiner aus der Schwarz‘schen Papiermühle hervorgegangenen Papierfabrik ein sehr dünnes Papiertuch auf der Grundlage von feinem Stoffgewebe, beschichtet mit Papierstoff des damals üblichen Hadernpapiers und einer Imprägnierung aus Glycerin. Durch das Glycerin wurde das Papier weich und geschmeidig. Für seine Erfindung erhielt Krumm ein kaiserliches Patent. Das Papier-Taschentuch sollte in erster Linie zur Bekämpfung der Tuberkulose und anderen durch Tröpfcheninfektion übertragenen Krankheiten dienen.

Doch Krumm hatte mit seiner Idee zunächst keinen Erfolg. Die Erfindung eines Wegwerfgegenstandes, der nach nur einer Benutzung entsorgt werden sollte, stieß bei den sparsamen Schwaben auf wenig Verständnis. Möglicherweise lag dies an einer falschen Vermarktungsstrategie, in jedem Fall scheiterte Krumms Idee an fehlendem Absatz.

Erst knapp 30 Jahre später sollte die Erfolgsgeschichte des Papiertaschentuchs beginnen: Das Krummsche Patent wurde von der Fa. Kamelia aufgekauft, welche die Idee des Wegwerftaschentuchs auf Zellstoffbasis weiterentwickelte und das bekannte Tempo-Taschentuch auf den Markt brachte. Das Tempo-Taschentuch wurde so erfolgreich, dass der Name „Tempo“ in der deutschen Umgangssprache auch heute noch häufig verwendet wird, wenn ein Papiertaschentuch gemeint ist.

Quelle:

Janssen, Petra (2011): Papiertaschentuch, Goslar. www.respekt-jungs.de/einrichten-wohnen/papiertaschentuch.html [Zugriff: 08.10.13]