Süßen

Süßen

Süßen ist wohl die einzige Gemeinde im Filstal, die ihren im Mittelalter entstandenen Mühlkanal samt Mühlenquartier bis heute in Ehren hält. Die denkmalgeschützte Kunstmühle Grau’sche Mühle oder die Kunstmühle Schuler – eine der größten Getreidemühlen Deutschlands – sind Relikte dieser
Zeit. Ab den 1850er-Jahren fassten in Süßen zahlreiche Unternehmen in der Textil- und Metallindustrie Fuß. Das unter dem Namen Württembergische Spindelfabrik Suessen groß gewordene Textilunternehmen oder die Textilfabrik Weidmann haben ihre Nischen gefunden und den Weg durch die Krise der Textilindustrie in den 1980er-Jahren gemeistert. Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist u. a. auch die Carl Stahl GmbH als Spezialist für Seil-, Hebe- und Sicherheitstechnik bekannt. Mit 60 Standorten weltweit hält das Unternehmen bis heute an seinen Süßener Wurzeln fest.

Großsüßen – Industrialisierung durch Wasserkraftnutzung

Bis zum Jahr 1933 waren Großsüßen und Kleinsüßen zwei getrennte Ortschaften mit unterschiedlicher Territorial- und Verwaltungsgeschichte und verschiedenen Konfessionen. Daher entwickelte sich auch die Ansiedlung von Industrien sehr unterschiedlich. Zur Großsüßener Gemarkung gehörte die Fils mit dem gesamten Uferbereich. Durch den Bau des Mühlkanals nutzten die Bewohner und später auch frühindustrielle Unternehmen das Wasser zum Antreiben ihrer Maschinen.

Darunter befanden sich auch mehrere Unternehmen der Textilindustrie wie die Württembergische Wollgarnfabrik D. Finckh GmbH & Co. KG, die noch bis 1990 Handstrickgarn produzierte.

Die Gebäude der 1929 gegründeten Bänderfabrik Roth am Mühlkanal in den Auen wurden 1962 durch die 1925 gegründete Kammgarnspinnerei Stahl erworben, die sich auf die Herstellung von Handstrickwollen und Maschinenstrickgarnen spezialisiert hatte. Aufgrund des enormen Konkurrenzdrucks in der Textilindustrie mussten beide renommierten Unternehmen in den 1990er-Jahren aufgeben. Nach Schließung der Kammgarnspinnerei Stahl erfolgte Ende der 1990er-Jahre der weitgehende Abriss der Firmengebäude.

Aus einer anfänglich kleinen Seilerei mit der Herstellung von Produkten für die Landwirtschaft entstand mit der Carl Stahl GmbH ein global agierendes Unternehmen, ein Spezialist für Seil-, Hebeund Sicherheitstechnik mit mehr als 1.400 Mitarbeitern an 60 Standorten weltweit.

Kleinsüßen – die Eisenbahn als Motor der Industrialisierung

Durch Kleinsüßen, bis dahin ein bäuerlich geprägter Ort, führte ab 1847 die neue Eisenbahnstrecke des Filstals. Die neue Verkehrsanbindung führte zur Ansiedlung und Entwicklung bedeutender Industriebetriebe. Mit der Verlagerung der 1869 in Göttingen gegründeten Metallbaufirma Kuntze eröffnete 1889 ein neuer Industriebetrieb seine Tore in Süßen. Nach Aufgabe der Röhrenfertigung im Jahr 1980 widmete sich der Betrieb der Sauerstoffherstellung und dem Handel mit Industriegasen.

Die Textilindustrie wurde im Jahre 1904 durch die Weberei und Färberei der jüdischen Brüder Ottenheimer auch in Kleinsüßen eingeführt. Nach der Vertreibung der damaligen Eigentümer durch das deutsche NS-Regime erwarb die Familie Weidmann 1938 den Betrieb. In Folge des sukzessiven Ausbaus und der stetigen Modernisierung ist die Weidmann GmbH bis heute ein Spezialist für die Veredelung von faser- und daunendichten Geweben zur Herstellung von Bettwaren.

Ein weiterer Vertreter der Textilbranche ist der heutige Marktführer der Kompakt-, Ring- und Rotorenspinntechnik, die Spindelfabrik SUESSEN GmbH. Aus dem 1920 als Württembergische Spindelfabrik GmbH in Süßen gegründeten, sechs Mann starken Werkstattbetrieb wuchs bis heute ein global agierendes Unternehmen heran. Als Tochter der Rieter AG werden zurzeit mehr als 10 % der weltweit geernteten Baumwolle mit Komponenten der Firma SUESSEN versponnen.

Einer der größten Arbeitgeber Süßens ist der 1919 gegründete Familienbetrieb Strassacker. Durch die permanente Modernisierung des Bronzegusses erlangte das Unternehmen ein stetig wachsendes, internationales Ansehen.

Die Ankerpunkte in Süßen

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