Maschinenfabrik Geislingen (MAG)

Ehem. Maschinenfabrik Geislingen (MAG)

Vom Bau der Bahnstrecke Geislingen Ulm mit der Geislinger Steige profitierten die Handwerksbetriebe in Geislingen. Daniel Straub betrieb für den Eisenbahnbau eine Werkstätte zum Schärfen und Reparieren von Werkzeugen. Mit dem erworbenen Kapital gründete er 1850 die „Maschinenfabrik Geislingen“ (MAG) mit einer Eisengießerei für Mühlenbedarf und eine Mühlenbauschreinerei für Mühlen, Wasserräder und Wasserturbinen. Er beschäftigte um 1880, als die“ Industrie-Gesellschaft Geislingen AG“ gegründet wurde, etwa 350 Mitarbeiter. 1883 wurde die Maschinenfabrik ausgegliedert und unter dem Namen „Maschinenfabrik Geislingen AG“ (MAG) verselbständigt.

1910 übernahm die AG die Maschinenfabrik Wittlinger & Co. aus Zuffenhausen und baute ihr Produktangebot weiter aus. Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Unternehmen zuerst in den Richard-Kahn-Konzern, nach dessen Auflösung 1929 in die Schnellpressenfabrik AG Heidelberg, der heutigen Heidelberger Druckmaschinen AG, eingegliedert. Entsprechend wurden alle anderen Produktionszweige kontinuierlich abgegeben, z.B. die Abteilung Wasserturbinen 1937 an die Firma J.M. Voith aus Heidenheim. Schwerpunkt der MAG wurde die Herstellung von Einzelteilen für die Heidelberger Buchdruckmaschinen. Ende 1991 verließ das Unternehmen den Standort Geislingen, der seit 1967 unter dem Namen „MAG Maschinenfabrik Geislingen – Werk der Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft“ geführt worden war.

Das Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1967 wurde in den 1990er Jahren von der Stadt Geislingen, dem Landkreis Göppingen und dem Land zum „Büro- und Kulturhaus in der MAG“ umgebaut und erweitert. Aus der Zeit um 1865 stammen die Mauern des „MAG-Türmles“ an der heutigen B10.