Geislingen an der Steige

Geislingen an der Steige

Der Bau der Geislinger Steige ab 1847 und der Beginn der Elektrizitätsversorgung durch das Alb-Elektrizitätswerk ab 1910 waren Meilensteine für die industrielle Entwicklung rund um Geislingen. Bedeutend war dabei vor allem der Eisenbahnbau an der Geislinger Steige, für den u. a. der Kapellmüller Daniel Straub als einer von drei privaten Mitunternehmern Werkzeuge und Geräte herstellte und ausbesserte. Mit seinem finanziellen und materiellen Einsatz erzielte er beim Steigenbau einen Gewinn von 30.000 Gulden. Straub konnte sich mit dem Geld ein neues Standbein in der Maschinenproduktion aufbauen und gründete 1850 die Maschinenfabrik Geislingen (MAG) und drei Jahre später die Plaquéfabrik Straub & Schweizer – die Vorläuferin der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF).

Der Bau der steilsten Eisenbahnstrecke in Regelspur, der Geislinger Steige, war hier für die Entstehung von Fabriken die technische Voraussetzung (WMF 2003). Diese profitierten davon, dass ihre Produkte zu den Märkten transportiert werden und Arbeiter aus dem Umkreis zur Fabrik kommen konnten. Im Jahr 1903 folgte die Inbetriebnahme der Tälesbahn zwischen Geislingen und Wiesensteig mit Gleisanschlüssen zu großen ortsansässigen Firmen wie der WMF. Die Route der Industriekultur lädt heute zum Erkunden
der ehemaligen Strecke ein. Am Tälesbahnhof in Geislingen-Altenstadt erläutert die Info-Station Industriekultur die bewegte industriekulturelle Vergangenheit Geislingens.

Nur noch wenige Relikte erinnern an die Eisenerzförderung am Staufenstolln, die von 1937 bis 1962 einen wich-tigen Wirtschaftszweig ausmachte. Die eigens errichtete Bergwerkssiedlung in Altenstadt umfasste damals 568 Wohnungen. Nur die hintere Siedlung blieb erhalten und ist heute nach ihrer Sanierung eines der letzten Zeugnisse der Bergbautradition in der Region. Vom für den Transport des Erzes wichtigen Erz-Bahnhof Staufenstolln blieb nur noch der ehemalige Lokschuppen im Industriegebiet Neuwiesen übrig. Heute ist Geislingen nach Göppingen der zweitgrößte Wirtschaftsstandort im Landkreis Göppingen.

 

Die Ankerpunkte in Geislingen an der Steige

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